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queo auf der OMD 2008

Und wieder ist ein Jahr vorbei, es ist September und das heißt für die meisten Agenturen, die zumindest ein wenig im Internet unterwegs sind, sich mit Seinesgleichen auf der OMD in Düsseldorf zu treffen. Seit einigen Jahren nun schon ist die OMD die Leitmesse in Deutschland, was das Onlinegeschäft angeht. Der Online-Werbemarkt ist ein sehr dynamischer und schnell wachsender Markt – jedes Jahr kommen neue Werbeplattformen, Werbemöglichkeiten und Anbieter dazu. Da ist es nicht einfach den Überblick zu behalten. Zeit also zum Networken, Infoaustausch und Horizont erweitern.

Dieses Jahr sollten beide Tage genutzt werden und so waren Severin und ich am Mittwoch schon recht früh vor Ort. Leider kam da auch gleich die erste Ernüchterung…viele andere hatten den gleichen Gedanken. So tummelten sich Massen am schlecht organisierten Eingang der OMD. Es drängte die Frage auf, ob die Veranstalter mit weniger Besuchern gerechnet hatten? Vielleicht aufgrund der drohenden Verschlechterung der Wirtschaftslage, oder vielleicht wird das Internet aufgrund zu hoher Energiekosten abgeschaltet? Nun ja, wir werden es nicht erfahren. Fakt ist, dass ich zu denjenigen gehörte, die sich das e-ticket vorher nicht ausgedruckt hatten, was die Lage am Eingang aber nur geringfügig verschlechterte. Nach knapp 40 Minuten Wartezeit hatte ich mein Messepass in der Hand bzw. um den Hals. Frohgemut stürzte ich mich gen Einlass…nur war dieser nicht zu erkennen. Vor mir stand die Masse der cleveren e-ticket Nutzer. Da nirgends ein Schild war, stellte ich mich halt an. Glücklicherweise fragte neben mir eine Person, ob das die richtige Schlange ist. Der nette aber etwas gestresst wirkende Herr vom Servicepersonal deutete uns an, die Schlange rechts liegen zu lassen und bei einem Security-Mann den sofortigen Eintritt zu verlangen. Gesagt getan, wurde uns dann auch gleich die Absperrung geöffnet und wir durften endlich eintreten. Nebenbei bemerkt, ich war richtig froh, dass ich nicht mit Gepäck angereist war, denn dann hätte ich zudem noch die Schlange an der Garderobe mitnehmen müssen. Glück gehabt. 😉

Auf ins Getümmel und das war wörtlich zu nehmen…Rekordbesucherzahlen ließen sich auch ohne Zählwerk ausmachen. Aber das hat ja auch seinen Charme. Den Messeplan in der Hand (kleiner Tipp an den Veranstalter: Mal bei Straßenkarten- und Stadtplanherstellern nachfragen, wie man solche Dinger intelligent falten lassen kann, dann macht es auch mehr Spass diesen zu nutzen.)

Nun aber zum Programm und zu den Ausstellern. Wie immer überboten sich gerade die Vermarkter gegenseitig in Punkto Standgröße und Ideen zur Aufmerksamkeitsgenerierung. Generell muss man sagen, dass die Qualität der Stände bei fast allen Ausstellern sehr hoch war. Viele nette Loungebereiche und bequeme Gesprächsmöglichkeiten machten das Networken einfach und angenehm. So besuchten wir einige Partner, Vermarkter und hielten nach neuen Ideen und Möglichkeiten Ausschau.
Leider glichen sich die Aussagen der Vermarkter sehr oft und im Grunde scheint immer alles möglich zu sein. 😉 Nicht nur bei den Austellern sondern auch im Kongressprogramm großes Thema waren VideoAds oder StreamingVideo. Einsatz, Nutzen und Möglichkeiten. Die Meinung der sinnvollen Anwendung gingen recht weit auseinander aber der Nutzen und Mehrwert wurde eigentlich von allen angesprießen. Hoch lebe das Breitbandinternet.

Apropos Kongressprogramm. Auch das ist ja ein nicht unwesentlicher Teil der OMD und eigentlich immer recht interessant. Leider wurde der Genuß dieses durch einige unmögliche Nebenbedingungen erschwert. So lagen die Räume für die Workshops nebeneinander und das Kongressforum sehr nah beieinander. Dies hatte zum Nachteil (bei Multitaskingfähigkeit sicher auch Vorteil), dass man beim Besuch des Workshops I gleich den Ton von Workshop II durch die weißen Stoff (?)wände hörte… Die Akustik lud dementsprechend nicht gerade ein zum angenehmen Zuhören und Diskutieren. Schade OMD!
Inhaltlich war es zum großen Teil ok…Themen hier: mobile, mobile, mobile…bin gespannt, wann die Missionare des mobile endlich erhört werden. Das iPhone hat die Möglichkeiten ja nun langsam erweitert…leider schränken Datenrate und technologische Hürden in dem Markt viele Möglichkeiten ein – gerade in Deutschland. Zweites großes Thema waren wie oben bereits erwähnt VideoAds. Sehr interessant fand ich den Vortrag von CNN und deren Entwicklung von Videoberichterstattung im Netz, Einbindung von UGC und dessen (versuchte) Monetarisierung. Ein weiterer sehr guter Vortrag wurde von Herrn Billich von Infinita gehalten, einer mobile strategic business consulting, welche in Japan als Referenzmarkt lokalisiert ist. Die Slides dazu werden wohl (hoffentlich) hier erscheinen. Dort konnte spürte man förmlich, wo der mobile Trend hinführen könnte…ich habe nun wieder etwas Hoffnung, dass ich meine Parktickets eines Tages mangels Kleingeld endlich mit meinem Handy zahlen kann. 😉 Der bestbesuchteste Vortrag war sicher der des deutschen SocialCommunity Stars studiVZ oder wie wir berichtigt wurden: VZ-Netzwerke. Dementsprechend auch der Vortrag, wer oben steht, kann es sich leisten zu protzen 😉 Einige Stellen waren sicher gewöhnungsbedürftig, aber dennoch recht gut und vor allem unterhaltend. Den nachhaltigen Erfolg und die clevere Monetarisieurng der SocialCommunity müssen aber auch sie noch beweisen. Die Frage nach Facebook wurde mit keiner Aussage „beantwortet“. Die Frage am Stand nach einer Öffnung (APIs) der Community a la Facebook konnte ebenso nur mit Einschränkungen „beantwortet“ werden. Schau mer mal, was kommt.
Ansonsten gab das Kongressporgramm nicht so viel Bahnbrechendes her. Ich hätte mir da mehr gewünscht, vielleicht habe ich aufgrund der parallelen Veranstaltungen aber auch einige gute Sachen verpasst.

Wie so oft, findet man bei genauem Suchen sehr interessante Unternehmen mit kleinen Ständen. So auch dieses Mal. Ob nun 3D-Fotografie für hochwertige Shopsysteme, Spieleplattformen, Adzine nun als Printausgabe, kleinere kreative Agenturen oder potenzielle Partner mit Nischenlösungen oder coolen Ideen. die Auswahl ist groß, könnte aber durchaus größer sein und vor allem noch ein wenig internationaler. Alles in allem hat es sich aber gelohnt und man darf gespannt sein, wie es nun weitergeht. Nächstes Jahr kämpfen zwei Messen (OMD und DMEX) innerhalb von zwei Wochen und direkt nebeneinander (Düsseldorf und Köln)um die Gunst der Aussteller und Besucher. Ich persönlich denke, nur eine wird überleben. Alles andere wäre auch Unsinn. Vielleicht macht es Sinn, sich zu überlegen, was eine gute Trennung wäre und wie man die beiden Messen zeitlich besser verteilt.

Zum Schluss dieses Beitrages noch ein Kommentar zum Internetaccess: Die Messe heißt ausgesprochen Online Marketing Düsseldorf. Noch einmal, um es zu verarbeiten: OOOONLIIIIINE…heißt also, das Internet ist die Voraussetzung der Branche, um zu arbeiten. Wie es dann sein kann, dass beim groß beworbenen Public Hotspot nach der Verbindung zu AccessPoint ca. 9 Euro pro Stunde für Internetnutzung verlangt wird, wird mir für immer ein Rätsel bleiben. Fast alle dort sitzenden Besucher haben ihre mobile cards oder ihren mobile access genutzt. Bei einem Vortrag traf ich drei Briten, die mich erstaunt fragten, wie sowas sein kann…mehr als ein hilfloses Kopfschütteln als Antwort hatte ich auch nicht.

Nächste Woche ist Advertisingweek in New York, mal sehen, was da an neuen Ideen heranrauscht. Leider werde ich da nicht anwesend sein. Der Zugang zum Internet sollte dort weniger schwierig sein. 😉

Wie immer freue ich mich über Ergänzungen, Hinweise und Kommentare.