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Was sind eigentlich nicht-reaktive Erhebungsverfahren?

Heute möchte ich einmal einen kurzen Rückblick auf eine für queo insight interessante Veranstaltung geben – nein es ist kein BarCamp auf das ich zurückschauen möchte, sondern eine ganz konservative wissenschaftliche Tagung in Wiesbaden.

Ausrichter war das Statistische Bundesamt (DESTATIS) in Zusammenarbeit mit dem ADM (Arbeitskreis Deutscher Markt- und Sozialforschungsinstitute e.V.) und der ASI (Arbeitsgemeinschaft Sozialwissenschaftlicher Institute e.V.). Diese drei Institutionen führen aller zwei Jahre eine solche Tagung durch, diesmal mit dem Thema „nicht-reaktive Erhebungsverfahren“. Darunter versteht man alle Erhebungsverfahren, bei denen „Forscher und Probanden keine Möglichkeit haben miteinander in Kontakt zu treten und der Forscher keine Möglichkeit hat, die Probanden zu beeinflussen“. Früher wurden hierbei hauptsächlich verdeckte Beobachtungen und die Analyse von Verhaltensspuren (ja, dazu zählte tatsächlich auch die Durchsuchung von Hausmüll) durchgeführt.

Aufgrund des technologischen Fortschrittes hat sich das Repertoire nicht-reaktiver Verfahren stark erweitert: Analysen auf Basis von Geodaten, die Beobachtung von Verhaltensspuren im Internet sowie neue Formen computerunterstützter Datenerhebung bis hin zur Gewinnung von Daten über biometrische Verfahren sind heutzutage möglich und üblich. Es wurden aus den verschiedensten Bereichen Projekte und Erfahrungsberichte vorgestellt, wie man auch dem Programm entnehmen kann.

So wurde beispielsweise über die aktuell genutzten Erhebungsverfahren für Verhaltens­beobach­tungen am Point-of-Sale diskutiert (Franz Kilzer, TNS Infratest GmbH), die Optimierung von Besucherwegen im Leipziger Zoo auf Basis von GPS-Daten vorgestellt (Dr. Andreas Czaplicki, Institut für Marktforschung GmbH) sowie die Mediawatch (Medien-Messgerät in Form einer Armbanduhr) und die damit erhobenen Ergebnisse der Mediennutzung in der Schweiz präsentiert (Dr. Tanja Hackenbruch, GfK Telecontrol AG).

Weiterhin hervorzuheben waren hier insb. Prof. Dr. Rainer Schnell (wer ihn bereits live erlebt hat, weiß wovon ich spreche) zu den Möglichkeiten der Ergänzung von standardisierten Surveys durch die Erhebung von biologisch relevanten Merkmalen sowie Prof. Dr. Martin Welker zu den Möglichkeiten und Grenzen von Logfile-Analysen.

Gerade letzteres Thema war für uns als unabhängigen Berater für den optimalen Einsatz von Web Analytics Tools natürlich besonders spannend, auch wenn der Vortrag – angepasst auf den Teilnehmerkreis – natürlich nicht so in die Tiefe gehen konnte, wie man es sich gewünscht hätte, wenn man schon mal die Möglichkeit hat, Prof. Welker zu hören. Sein Vortrag löste jedoch auch eine spannende und bis in die Pausen reichende Diskussion rund um den Datenschutz (insb. mit Hinblick auf den Einsatz von Google Analytics) sowie zu erwartende Trends aus.

Mehr zu den Trends dann aber im nächsten Blogbeitrag…


One thought on “Was sind eigentlich nicht-reaktive Erhebungsverfahren?

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