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Zu Gast beim 12. IfK – Praxisforum in Dresden

Was bewegt mich, den Mittwoch Abend in einem Veranstaltungssaal der Ostsächsischen Sparkasse statt mit Kabarett-Genuss (im übrigen sehr zu empfehlen) zu verbringen? Das hat zweierlei Ursachen: Zum einen hat queo natürlich ein offenes Ohr für die neusten Forschungsergebnisse der Studenten des Instituts für Kommunikationswissenschaft der TU Dresden. Als neues Mitglied des Fördervereins  ist es uns zum anderen eine besondere Freude, Gast sein zu dürfen. Mir persönlich gaben die angekündigten Vorstellungen von Abschlussarbeiten zu denen Themen Cyber-Bullying, Privatsphäre in sozialen Netzwerken und die Wirkung des Fussballvereins Dynamo Dresden sowie der Ereignisse des 13. Februar auf die Gemüter der Dresdner Bevölkerung Anlass genug für eine lehrreiche Abendgestaltung.

IfK Praxisforum Dresden

Humorvoll war der Abend dank der professionellen, jedoch unterhaltsamen Art und Weise der Moderation zweier Bachelor-Studenten des Lehrstuhls allemal. In diesem Fall wird ein gestandener Jurist schon mal damit konfrontiert „das wir Sie mal gegoogelt haben. Doch sie können beruhigt sein, wir haben nichts außer ihr XING-Profil gefunden. Glück gehabt, wer weiß was wir nun sonst gegen Sie in der Hand gehabt hätten.“

IfK Praxisforum DresdenDoch es wurde nicht nur gelacht, sondern auch Ergebnisse präsentiert. Die vorgestellten Abschlussarbeiten zum Thema Cyber-Bullying und die Verwendung von privaten Daten in sozialen Netzwerken – beide Themen untersucht mit jugendlichen Zielgruppen – stehen in einem engen Zusammenhang mit dem queo-Projekt „Social-Web-macht-Schule“. Umso interessanter zu erfahren, welche wissenschaftlichen Erkenntnisse in diesen Bereichen gewonnen werden konnten. Das Ergebnis deckt sich mit unseren Erfahrungen an Dresdner Schulen: Die Kinder und Jugendlichen sind sich der Gefahren im Netz bewusst, doch reagieren (teils aus Unwissenheit) nicht immer angemessen darauf. Das Resultat: Es gibt durchaus auch im Raum Dresden über 100 Vorfälle von Cyber-Bullying (Info: Wikipedia Definition). Das bestärkt queo natürlich einmal mehr, das Projekt zur Aufklärung von Jugendlichen an den Schulen zum Umgang mit Privatsphäre und Datenschutz im Internet fortzusetzen und weiter an Schulen zu etablieren.

IfK Praxisforum DresdenFür mich persönlich sehr spannend waren die Kurzvorträge zum Befinden der Dresdner Bevölkerung befragt zu den Streitthemen in Dresden schlechthin (wenn man die Waldschlößchenbrücke mal als „gebaut“ betrachtet), der SG Dynamo und dem 13.Februar. Ich war vielleicht sogar etwas schockiert zu erfahren, dass doch ein Großteil der Dresdner Bevölkerung gegenüber dem Verein und dem Drumherum eher negativ eingestellt ist. Nur ca. 30 % der Bewohner unserer Stadt sympathisieren mit dem Verein. Diese Zahl ist in vergleichbaren Fußballhochburgen Deutschlands deutlich über 50 %. Der Ruf der Stadt, so viele Dresdner, leide außerdem unter den Ausschreitungen der Fans und der medialen Berichterstattung rund um Dynamospiele. Nicht anders überraschend hören sich die Erkenntnisse zum 13. Februar an. Der Tag an dem in Dresden der Zerstörung gedacht wird, der aber auch Demonstrationen und Blockaden gegen Rechts nötig macht -die in den letzten Jahren, nicht nur friedlich abliefen. Die Dresdner Bevölkerung steht zwar auch 2011 hinter den Gegendemonstranten und achtet damit deren Einsatz gegen die rechten Dunkelmänner, doch der Rückhalt in der Bevölkerung lässt nach. Viele Dresdner lehnen die Blockaden sogar gänzlich ab.

Zum Schluss meines kleinen Berichtes noch ein Foto und eine Meinung zum wohl besten Vortrag des Abends – in meinen Augen. „Ohne Facebook keine Revolution? Welche Rolle haben Medien bei den Aufständen in Ägypten 2011 gespielt?“ Ergebnis kurz und knapp: Soziale Medien sind nie Auslöser, aber sehr wohl Antreiber gesellschaftspolitischer Aktivitäten. Das würde ich so unterzeichnen. Es ist wie für Unternehmen auf Facebook – das Netzwerk darf nie der Zweck der Aktivität selbst sein, sondern nur Multiplikator in der Unternehmenskommunikation.

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