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Was hat SEM, Website Usability oder Social Media mit der E-Mail Expo zu tun?

„E-Mail-Marketing mit Leidenschaft: transparent. relevant. emotional. mobil. erfolgreich.“

Der Name und das Motto haben auf den ersten Blick recht wenig mit Suchmaschinenwerbung (SEA), Website Usability oder Social Media Marketing zu tun. Schaut man sich die Ausstellerliste an, wird man hier bezüglich der genannten Themengebiete auch kaum fündig. Ein Blick in das Vortragsprogramm erweckt jedoch Hoffnung für SEO und Social Media Interessierte.

Vorab noch: die E-Mail Expo ist laut Webseite ein zweitägiges B2B Fachforum, auf der Firmen und Agenturen ihr Dienstleistungsspektrum potentiellen Kunden vorstellen.

Für mich war weniger das E-Mail Marketing an sich interessant, sondern viel mehr die ergänzenden „Search- und UX-Vortragsareale„, die zusätzlich auf der Expo angeboten wurden. Wie bei vielen Fachmessen versuchen Vortragende nicht nur (neues) Wissen in Form von aktuellen Trends und Insights zu vermitteln, parallel soll natürlich kurz das eigene Unternehmen mit seinem Dienstleistungsportfolio vermarktet werden. Bei einigen überwog leider der Vermarktungsanteil. Es gab aber auch Vorträge, von denen ich sehr beeindruckt war. Dabei würde ich euch gern die von mir mitgenommen Trends, Insights und Infos kurz aufzeigen.

Die aktuellen Trends und Insights, die SEOs und SEAs mitnehmen konnten, für…

Webshops: Das Stichwort „Customer Experience Optimization“ soll einen Hinweis darauf geben, dass mit kleinen Änderungen große Wirkungen vollbracht werden können. Hier heißt es, OnSite-Prozesse zu optimieren und damit alle Fehler zu eliminieren, um die Conversions im eigenen Webshop zu erhöhen. Viele Webshop-Betreiber wollen in den Google Suchergebnissen auf Platz 1 stehen, weil sie denken, dass damit der eigene Erfolg gesichert wäre. Soweit so gut. Die eigentlich ebenso wichtige Usability des eigenen Webshops rückt dabei in den Hintergrund und wird als weniger essentiell eingestuft. Dass es aber gerade hier, im eigentlichen Kaufprozess, zu hohen Abbruchraten kommt, weil OnSite-Prozesse fehlerhaft und/oder zu umständlich für den User gestaltet wurden, dessen sind sich nur die wenigsten Betreiber bewusst.

Google AdWords: Zukünftig können Unternehmen ihre AdWords Kampagnen mit einer „Newsletter abonnieren“ Funktion erweitern. Sprich, der Suchende kann direkt über die Anzeige den Newsletter eines Unternehmens bestellen. Ob dieses Add-on die Anzahl neuer Abonnenten explodieren lässt, ist noch fraglich. Auf jeden Fall zieht das neue Eingabefeld in den generischen Suchergebnissen Aufmerksamkeit auf sich und lässt damit mit hoher Wahrscheinlichkeit die CTR steigern. Momentan befindet sich diese Kampagnen-Erweiterung aber noch in der Beta-Version und ist nicht für alle verfügbar bzw. wird von Google noch nicht überall ausgesteuert.

Rechtliches im Internet: Herr Seifried von SEIFRIED IP Rechtsanwälte erklärte der Audienz anhand von Praxisbeispielen, was Webseiten- und Webshob-Betreiber bzw. die betreuenden Agenturen bei der Verwendung von Markennamen in Google AdWords Anzeigen zu beachten haben und was verboten ist und zu Abmahnungen führen kann. Das Thema Recht in der Werbung und im Online-Marketing ist sehr umfangreich und komplex. SEIFRIED IP Rechtsanwälte hat dafür einen Leitfaden „Rechtssicher werben“ zum kostenlosen Download bereitgestellt, um einen ersten Überblick zu bekommen.

Social Media Marketing:Marketingbotschaften müssen Timline-Konform sein„, eine Ansage von Dr. Torsten Ambs (Mind Store Marketing), die nochmals darauf aufmerksam machen soll, dass Social Media ein Medium mit besonderen Eigenschaften ist, in dem man einfach nicht mehr klassisch werben kann. Hier spielt auch die Führungsebene des Unternehmens eine wichtige Rolle. Diese sollten im Idealfall als Vorbild agieren, d.h. sich ebenfalls in den Social Media engagieren und hier und da einmal etwas „Persönliches“ preisgeben (z.B. aus dem Hobby). Allgemein gilt es, das Unternehmen authentischer wirken und von seiner übergeordneten Stellung (auf den Kunden) herunter auf Kundenebene kommen zu lassen. Der Kunde von heute fühlt sich wohler, wenn er mit dem Unternehmen auf Augenhöhe kommunizieren kann.

Social Media Analyse und Monitoring:Ihre Kunden sprechen anders, als Sie erwarten!“ Robert Wauer (azionare GmbH) führte beispielhafte Forenunterhaltungen auf, wie (potentielle) Kunden über gesuchte Produkte sprechen. Aus den sozialen Netzwerken können Unternehmen wichtige Erkenntnisse über ihre Kunden und deren Sprache bekommen. Somit können Kampagnen im Suchmaschinen-Marketing noch besser an die Suchenenden angepasst und optimiert werden. Fazit: Ich muss die Sprache sprechen, die meine (potentiellen) Kunden sprechen.

Die E-Mail Expo ist sehr auf Verkauf ausgerichtet, gepaart mit interessanten Vorträgen und Diskussionsrunden

Ich denke, dass die E-Mail Expo im Großen und Ganzen eine interessante und spannende Messe war. Aus den Vorträgen und Diskussionsrunden konnte der eine oder andere mit Sicherheit etwas Neues für sich mitnehmen. Dennoch würde ich mir wünschen, dass die Vortragenden (das trifft nicht auf alle zu!) weg von der reinen Vermarktung der eigenen Dienstleistung gehen und mehr über aktuelle Insights und Trends berichten und diskutieren. Die Infos zu ihren individuellen Dienstleistungen können sich Interessierte dann immer noch am Ausstellerstand holen 😉

//kurz und teilbar//
Auf der E-Mail Expo in FFM geht es nicht nur um E-Mail Marketing. Besucher bekommen zusätzlich Insights und Trends zu SEO, Social Media und Website Usability Themen. 


2 thoughts on “Was hat SEM, Website Usability oder Social Media mit der E-Mail Expo zu tun?

  1. Dein Wunsch sollte nicht nur bei Vorträgen sondern im Marketing/Vertrieb generell beachtet (und befolgt!) werden. Wer interessant ist, sympathisch wirkt und durch Fachwissen auffällt, wird zwangsläufig die Neugier potentieller Kunden auf sich ziehen. Dass diese sich heute im Anschluss an den Vortrag oder sogar währenddessen schneller übers iPhone bezüglich des Vortragenden informiert haben, als es die Mitarbeiter am Stand je könnten, sollte dabei klar sein.

    Weshalb gerade Aussteller allerdings diese Art der werblichen Vorträge derart tolerieren, verstehe ich nicht. Der Andrang an Ausstellern sollte groß genug sein, um sie nicht noch mit „NATÜRLICH dürfen Sie Ihr Unternehmen in einem Vortrag bewerben!“ locken zu müssen.
    Denn auf Dauer lebt eine Expo doch von den Besuchern und deren gefühltem Mehrwert – oder nicht?!

    Grüße aus Stuttgart,
    Michael

    • Hi Michael,

      das seh ich ganz genauso!! Mir ist schleierhaft, warum Redner dieses Format zum Marketing missbrauchen, wo sie doch bereits durch ihre Präsenz genügend Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Diese Selbstbeweihräucherung schadet dann wieder dem ersten positiven Eindruck.

      Manche Veranstalter reagieren allerdings schon darauf und versuchen, den werblichen Anteil zu begrenzen, was ich absolut befürworte.

      Grüße
      Jan

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