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Die Jahresausstellung der Burg Giebichenstein 2013

Ein queo auf Besuch in seiner kreativen Heimat

Jedes Jahr im Juli öffnet die Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ihre Pforten und Tore, um einem breiten Publikum ausgewählte Studienergebnisse eines kreativen und intensiven Studienjahres zu präsentieren. Als ehemaliges Mitglied der „Burgfamilie“ nutze ich diese Gelegenheit regelmäßig, um meine alte Hochschule zu besuchen, die schöne Studienzeit noch einmal aufleben zu lassen und mich von den kreativen Ideen und gestalterischen Leistungen unseres Designnachwuchses begeistern und inspirieren zu lassen.

Von besonderem Interesse war für mich als Absolventin des Studiengangs Kommunikationsdesign zunächst der Fachbereich Design. Dieses Jahr wurde der design- und kunstinteressierte Besucher in der Villa, dem Herzstück des Campus Design, mit einer Installation empfangen:

„Menschen brauchen einen Gestaltungsraum, einen Raum zum Mitmachen.“

Gesammelte Zitate und Texte zu Grundsätzen des Designers und dessen neuen Handlungsfeldern stimmten sofort auf die umfangreiche Designausstellung ein, die die schönsten und besten Arbeiten aus den Bereichen Kommunikationsdesign,  Industriedesign, Innenarchitektur, Keramik- und Glasdesign, Spiel- und Lernmitteldesign, Mode- und Textildesign sowie den Bildnerischen Grundlagen zeigte. Der Studiengang Multimedia/VR-Design präsentierte sich nur ein paar Schritte weiter im Rechenzentrum.

Besonders beeindruckt haben mich dieses Jahr die Arbeiten im Studiengang Mode- und Textildesign, deren Arbeiten jedes Jahr die Jahresausstellung mit einer Modenschau einleiten. „Träume“ waren hier das grundlegende Thema, dem sich die Studenten des 3. Studienjahres auf besondere Art und Weise angenommen haben: „Mit 70 hat man noch Träume“ stellte je einen Protagonisten in den Mittelpunkt einer Kollektion. Frau Goerke, 69, wurde zur heldenhaften Kunstfigur in erhabenem Weiß. Herr Berg, 69, träumte davon, einmal der tapfere Held zu sein und wurde als Offizier in einer friedlichen Armee inszeniert. Der Optimismus und die Lebensfreude von Frau Splett, 93, spiegelte sich in einer farbenfrohen Kollektion wider…

Im Kommunikationsdesign konnten mich einige Bachelor-Arbeiten und Portfolios für sich gewinnen. Nicht zuletzt war dort das Slanted-Magazin mit der Ausgabe “Slanted #21: CUBA – The New Generation” vertreten. Slanted ist ein monothematisches Typografie- und Designmagazin, das parallel zum gleichnamigen Weblog  als Experimentierfeld die Auseinandersetzung mit den Bereichen Typografie, (Grafik-)Design, Illustration und Fotografie fördert. Die Inspiration und Inhalte für diese Magazin-Ausgabe und andere Arbeiten konnten sich die Studenten während eines zweiwöchigen Kooperationsprojekts mit der kubanischen Hochschule direkt in Havanna holen. Leider ist diese Ausgabe des Magazins im Slanted-Shop bereits vergriffen, man kann sich aber dort noch ein paar Eindrücke dieser sehr gelungenen Arbeit holen:

http://www.slanted.de/shop/slanted-21-new-generation

Slanted MagazinUnter den Masterarbeiten sind mir besonders die Arbeiten aus dem Masterstudiengang Conceptual Textile Design und die Masterarbeit im Bereich Photographie von Annett Poppe, „Das Leipziger Ballett“, im Gedächtnis geblieben. Annett Poppe stellt sehr eindrucksvolle Porträts der Tänzer vor, in deren Mittelpunkt das Werkzeug der Tänzer, ihr eigener Körper, steht.

Ein kleiner Spaziergang durch den Park an der Peißnitz entlang oder über die Burgstraße führte den Besucher zum Campus Kunst, der an der Unterburg der Burg Giebichenstein zu finden ist. Hier haben die künstlerischen Studiengänge Grafik, Buchkunst, Bildhauerei, Schmuck, Keramik und Zeitbasierte Künste (Film, Video, Performance, Mixed Media) ihren Sitz. Die Grafik ist für mich persönlich immer ein besonderes Highlight, da das Zeichnen immer eine meiner Interessen war und ich ab und zu auch selbst illustriere. Zum Sonntag-Vormittag kann man zudem den Burghof alljährlich beim Jazzfrühstück genießen.