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Wozu braucht man noch Flash?

HTML5, CSS3 und JavaScript sind im Web weiterhin auf dem Vormarsch. Für das mobile Web hat Adobe bereits 2011 die Entwicklung des Flash Players eingestellt. Häufig wurde das unter Entwicklern mit dem Ende von Flash gleich gesetzt.

Wo steht Flash heute? Der Flash Player wird von Adobe kontinuierlich weiter entwickelt und befindet sich nach wie vor auf den meisten PCs und Laptops. Doch das Einsatzgebiet von Flash hat sich stark gewandelt. Wurde es früher vorrangig für grafisch aufwändige Websites genutzt, musste Flash hier offenen Webtechnologien weichen. Bei (hardwarebeschleunigten) Spielen oder geschützten Inhalten wie Video-Streams hat Flash – noch – die Nase vorn. Doch was ist mit dem mobilen Bereich – gibt es da noch eine Zukunft für Flash?

Im mobilen Bereich ist Flash längst in der Zukunft angekommen. Schon seit 2010 steckt es in vielen mobile Apps – Tendenz steigend. Der Flash-Content wird durch Adobe AIR zum Leben erweckt. Die Laufzeitumgebung ist mit ca. 25 MB Teil der App. Wurde eine Flash-Anwendung einmal programmiert, kann sie für verschiedene Endgeräte veröffentlicht werden, darunter Android-Phones und -Tablets sowie iPhone und iPad. Der Entwicklungsaufwand ist somit meist geringer, als für jede Plattform eine entsprechende Anwendung umzusetzen.

Seit 2012 unterstützt Adobe AIR die hardwarebeschleunigte Darstellung von grafischen Inhalten, was zu einer enormen Performancesteigerung in 2D und 3D führt. Mit nur einer Handvoll Befehlen, die die Stage 3D API bietet, kann so die Leistung des Grafikchips voll ausgeschöpft werden. Aber erst durch darauf aufbauende Frameworks können Projekte effizient umgesetzt werden. Während im Bereich 3D beispielsweise Flare3D, Alternativa3D und Away3D eine gute Grundlage für die Entwicklung bieten, gibt es mit Starling auch ein reines 2D-Framework, das die Vorteile der Stage 3D API nutzt.

Anwendungen, die auf Adobe AIR basieren, können durch Native Extensions erweitert werden. Diese nativen Code-Bibliotheken können u.a. das Handy vibrieren lassen, Transaktionen als In-App Purchase durchführen oder ZIP-Archive erstellen und entpacken.

Flash hat sich also den neuen Gegebenheiten angepasst und weiter entwickelt. Mit Stage 3D und Native Extensions eröffnen sich in der Entwicklung nicht-nativer Apps zahlreiche neue Möglichkeiten. Der Kunde profitiert zugleich zeitlich und finanziell von der effizienteren Umsetzung einer App für mehrere Plattformen.

//kurz und teilbar//
Totgesagte leben länger – gilt das auch für Flash? queo beleuchtet, wofür Flash heute noch gut ist.


4 thoughts on “Wozu braucht man noch Flash?

  1. du nennst die nischen, in denen flash aus historischen gründen noch die nase vorn haben mag und erklärst sie zur usp? das kann doch nicht ernst gemeint sein. keins deiner argumente belegt die existenzberechtigung von flash auf dem mobilen endgerät. man benötigt zusätzlich zum betriebssystem noch eine weitere laufzeitumgebung, die rechenzeit und entsprechend den akku beansprucht, abgesehen von zusätzlichen 25mb speicherplatz pro anwendung und dem fakt, dass der nutzer genötigt wird, überflüssige proprietäre drittanbietersoftware zu installieren. plattformunabhängigkeit? schon auf dem desktop weicht adobes unterstützung je nach betriebssystem so weit voneinander ab, dass man kaum noch von gleichen voraussetzungen sprechen kann. wie soll das nur im mobilen universum enden?

    ich kann natürlich nachvollziehen, dass du deinem berufsstand als flash developer die zukunftsfähigkeit bescheinigen willst. aber das heraufbeschwören von vermeintlichen vorteilen kann nicht die grundlage für eine ganze branche bedeuten. sieh über den tellerrand. as3 basiert auf dem ecma-standard, ist also im grunde nichts anderes als javascript. es wäre also für den entwickler nichtmal schwer, dort eine kehrtwende von der abhängigkeit eines einzelnen börsen-notierten unternehmens hin zu freier software auf basis von webstandards einzuleiten.

    dein beispiel mit der vibration ist gut gemeint, aber kein argument für flash auf dem telefon. die html5 vibration api ist w3c candidate recommendation. und auch 3d-grafik ist mit webgl im browser kein fremdwort. entwicklungsframeworks für mobile geräte auf basis von webtechnologien gibt es wie sand am meer.

    dadurch ergeben sich vorteile für beide seiten: entwickler müssen sich nicht an die kommerziellen interessen von adobe halten und der nutzer kann die anwendungen ohne weiteres einsetzen. er benötigt nur eine url. ohne internetzugang sind die meisten mobilen anwendungen ohnehin nutzlos. und sollte das mal nicht der fall sein, können html5-anwendungen natürlich auch auf dem telefon gespeichert und von dort ausgeführt werden. das alles ohne den wie auch immer motivierten kontrollmechanismus von appstores und marketplaces und ohne abhängigkeit von zusätzlichen laufzeitumgebungen.

    der einzige vorteil für flash mag noch die authoring-umgebung gewesen sein. aber wie du selbst schon sagst, ist die zeit der aufwändigen grafikanwendungen vorbei, so dass die wysiwyg-komponente beim entwickeln hinfällig ist. und solange adobe nicht auf die idee kommt, ein airphone und damit eine vierte walled-garden-umgebung verkaufen zu wollen, sind meiner meinung nach die tage gezählt, an denen flash-entwicklung wirtschaftlich sinnvoll ist.

    • Die Adobe AIR Laufzeitumgebung kann in die App integriert werden. Die Installation zusätzlicher Software ist nicht notwendig. Die damit verbundenen +25MB muss man berücksichtigen und dann – beispielsweise in Angängigkeit vom Contentvolumen – entscheiden.

      Ob beim Aufführen der App die Laufzeitumgebung wirklich die Ursache für einen leeren Akku ist, wage ich zu bezweifeln. App-bedingte Berechnungen, Display und Beanspuchung des Grafikchips haben darauf sicher einen viel größeren Einfluss.

      Die Entwicklung geschieht in AS3, und die gleiche Anwendung läuft auf verschiedenen Plattformen. Das würde ich prinzipiell als plattformunabhängig bezeichnen. Dennoch sollte man auf bestimmte Abhänigkeiten auch eingehen, z.B. auf Eingabemedium, Auflösung, Nutzergewohnheiten. Schon allein die Tatsache, dass man mit einem Programm 2 Plattformen oder mehr bedienen kann, würde ich als wirtschaftlich bezeichen. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass 3D-Visualisierungen mit Hilfe der o.g. Frameworks schneller realisierbar sind als in manch anderer Sprache. Auch das wäre wirtschaftlich.

      Bestimmte Anwendungen als Website zu publizieren ist sicher auch eine Option. Gilt herauszufinden, ob sich die Nutzer darauf einlassen.

      • Mit Phonegap bzw. Cordova kann man HTML5 Apps für Android, iOS, Windows Phone, usw. veroffentlichen und hat sogar noch mehr API Möglichkeiten als mit Adobe AIR – und das ohne irgendwelche 25 MB mehr (ein paar KB mehr). Für Phonegap/Cordova kann man sogar für platformspezifische Aktionen nativen Code in Form von Plugins einbinden. Als ich noch mit Flash über AIR Apps gemacht habe bin ich schon am Setzen des Klingeltons mangels API-Möglichkeiten gescheitert… und Animationen haben stark gelaggt. Und warum sollte man auf ein Programm, das ein paar hundert Euro kostet, zurückgreifen, wenn man mit Notepad++ und der Windows Eingabeaufforderung noch einfacher und sogar kostenlos Apps erstellen kann?

        Flash ist einfach am Aussterben – auf mobilen Geräten sogar noch mehr als auf Desktop – und Adobe AIR ist wirklich keine Entschuldigung dafür. 😛

        • Obwohl der Kommentar schon etwas älter ist, kann ich das bei bestem Willen nicht so stehen lassen.

          „Für Phonegap/Cordova kann man sogar für platformspezifische Aktionen nativen Code in Form von Plugins einbinden“ – das selbe erreicht man in AIR durch die sogenannten Extensions (ANEs).

          „ohne irgendwelche 25 MB mehr“ – Ich weiß nicht, wie Ihr hier auf die 25 MB gekommen seid… ein recht komplexes, in AIR entwickelte Iphone Game hat bei mir als IPA Datei gerade mal 13 MB. Da ist die AIR Umgebung schon mit drin.

          „Und warum sollte man auf ein Programm, das ein paar hundert Euro kostet, zurückgreifen“ – Das muss man garnicht. Es gibt diverse kostenlose Entwicklungsumgebungen. Beispielsweise wäre hier Flashdevelop als ausgereifte und recht umfangreiche OpenSource IDE zu nennen.

          „Flash ist einfach am Aussterben – auf mobilen Geräten sogar noch mehr als auf Desktop“ Solche Sätze sind einfach völliger Schwachsinn. Noch heute sind einige der erfolgreichesten APPs sowohl auf iOS als auch auf Android in AIR entwickelt. Nur weil Du das nicht merkst bedeutet es nicht, dass da irgendwas am aussterben sei. Ganz im Gegenteil habe ich eher den Eindruck, dass sich AIR gerade eher im Aufschwung befindet, wenn man sich mal die ganzen aktuellen Frameworks und Communities dazu ansieht. Nach wie vor werden außerdem auch zahlreiche Werbemittel und Browsergames in Flash entwickelt.

          „Flash stirbt aus“ liest man jetzt seit guten 5 oder 6 Jahren immer wieder von Leuten die sich nicht damit beschäftigen möchten. Bisher ist da allerdings noch nichts ausgestorben. Nur weil es mittlerweile möglich ist, einiges in Javascript und HTML5 umzusetzen, hat sich das noch lange nicht durchgesetzt.

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