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Drei queos „zurück“ an der Uni

Letzten Freitag bot sich die Gelegenheit für drei queos an verschiedenen Praxisseminaren des IfK Dresden teilzunehmen. Das Institut für Kommunikationswissenschaft an der TU Dresden hat zu dem Zweck Praxisreferenten eingeladen, um den Studenten einen Blick in den Berufsalltag sowie in Innovationen und Erkenntnisse aus der unternehmerischen Welt zu gewähren.

Institut für Kommunikationswissenschaft, Kooperationspartner von queo

Institut für Kommunikationswissenschaft, Kooperationspartner von queo

Linda, Melanie und Jan – Consultants bei queo – wollten wissen, ob es sich lohnt, wieder einmal Uni-Luft zu schnuppern und ob die Seminare Inspiration für die Arbeit von queo bieten. Ich habe die drei befragt, welche Seminare Sie gewählt haben und ob ihnen gefallen hat, was sie gehört haben. Hier nun die Antworten:

Drei Paradoxa der Social Media Kommunikation (Melanie)

„Ich habe dem spannenden Vortrag von Dr. Christian Bachem zum Thema „Social Media Kommunikation als Marketing Paradoxon“ gelauscht. Christian Bachem ist u.a. Geschäftsführer der Firma Web Excellence GmbH, deren Geschäftszweck die Messung, Wertung und der Vergleich der digitalen Kommunikation börsennotierter Unternehmen ist. In seinen Ausführungen deckte Christian Bachem drei Paradoxa der Social Media Kommunikation auf, die sein Unternehmen in naher Zukunft als Studienergebnis veröffentlichen wird:

  • Fan ist nicht gleich Fan: Es gibt unterschiedlichste Rollen unter den 1% der aktivsten Internetnutzer.
  • In sozialen Netzwerken wissen wir so viel von unseren Fans, dass wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.
  • Dialog entsteht häufig durch den Rückkanal zu den Fans, der jedoch i.d.R. durch ein Unternehmen und nicht durch Menschen geführt wird.

Die Paradoxa sind so spannend, dass ich mich wohl in einem separaten Blogartikel damit auseinandersetzen werde.

Ob ich daraus Schlüsse für meine tägliche Arbeit ziehen kann? Ja, in der Tat. Ich bin häufig mit Leadgenerierungsaktionen betraut, die auch über Social Media Kanäle beworben werden. Dahingehend war es für mich interessant zu erfahren, wie sich die Fanrollen quantitativ auf die Gesamtfanzahl verteilen. Somit bekommt man ein besseres Gefühl dafür, wie erfolgreich die Unterstützung einer Leadgenerierung durch Social Media Advertising war.“

Einblick in die Strategische Planung anderer Agenturen (Jan)

„Mich hat der Besuch aus Berlin gereizt. Zwei Plannerinnen von Jung von Matt/ Spree gaben einen Einblick in die Arbeitsweise und strategischen Herausforderungen in der Kampagnenplanung. Nachdem meine Sorge, das die Zeit mit Agenturselbstdarstellung gefüllt wird, nach kurzer Vortragszeit verflogen war, wurde es interessant: Durch die Vorstellung des methodischen Vorgehens im Planning bei JvM, kann queo selbstbewusst sagen, einen ähnlichen Prozess in der Agentur etabliert zu haben. Zu sehen, wie die Strategen aus Berlin für einen Kunden wie die Sparkasse dann tatsächlich Vorgehen und welche inhaltlichen Ausarbeitungen dabei entstehen, war für mich besonders spannend: Dabei wurde, auch dank einiger konkreter Nachfragen klar, dass in der Researchphase i.d.R. auf bestehende Daten zurückgegriffen wird und selten eigene Erhebungen durchgeführt werden. Beruhigend zu wissen.

Zudem ist es für queo auch immer wieder spannend, welche organisatorischen Rahmenbedingungen andere Agenturen etablieren: So gibt es bspw. eine War-Room bei JvM, in dem sich Kreative, Berater und Strategen während der Kampagnenentwicklung immer wieder treffen und in dem auch alle notwendigen Informationen aushängen: Persona’s, Trends, Customer-Journeys – eine gute Idee. So gab es während der 75 Minuten den ein oder anderen sehr nützlichen Einblick in die Arbeit der bekannten Agentur aus Berlin. Und für mich bleibt wieder als Fazit – ich mag Strategen und ich mag den Job.“

Was interessiert Zeitungsleser wirklich? (Linda)

„Ich habe mich für die Ausführungen des Projektredakteurs der SZ, Denni Klein, entschieden. Er berichtete über das SZ-eigene Projekt „Lesewert“ – ein Scanverfahren: Mit Hilfe der selbstentwickelten Analyse-Methode versucht die SZ dem wachsenden Leser- und Abonnenten-Schwund entgegen zu wirken und entwickelte eine „Einschaltquote“ für die Zeitung. Seit gut 2 Jahren sind nun 300 Dauer-Leser mit einem Scan-Stift ausgestattet und markieren an jedem gelesenen oder angefangenen Text die Stelle, an der sie aufgehört haben zu lesen. Insgesamt wurden bei über 1.500 Lesern die Lesegewohnheiten ausgewertet. Nach einer umfassenden Analyse wird der „Lesewert“ eines jeden Beitrags bestimmt. Durch eine tägliche Auswertung können die Redakteure bereits im Produktionsprozess herausfinden, welche Beiträge besonders viele Leser interessiert haben und wann sie gelesen wurden.

Wie ich diesen Ansatz finde? Obwohl die SZ, ebenso wie viele andere Tageszeitung, mit einem erheblichen Auflagenschwund zu kämpfen hat, ist es ein interessanter Versuch, neben der Umstellung auf digitale Medien, die große Personengruppe von Menschen, die trotzdem noch gern Zeitung lesen, abzuholen und bewusst darin zu investieren, diese Leser dauerhaft zu binden. Während andere Zeitungen das mit einem oft ruinösen Prämienkampf  versuchen, wird hier durch die Analyse auf Lesewünsche und –gewohnheiten eingegangen. Durch die erzielte Lesernähe und Qualität wird eine Zufriedenheit geschaffen, die direkt in eine langfristige Kundenbindung fließt und das Bewusstsein für den Wert einer Tageszeitung erhöht. Daumen noch!“

Disclaimer: queo ist Mitglied im Förderverein des IfK der TU Dresden.


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