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Mesh-Netzwerke – the next big thing?

Die Sache mit dem Internet ist doch in etwa wie die mit dem Kolosseum im alten Rom: Je mehr Eingänge, desto besser kommen die Menschen rein und raus. Je dezentraler, desto besser. So die Idee der römischen Architekten und so auch die Idee der „Architekten“ des Internets.

Warum ein „neues Internet“ gesellschaftlich notwendig ist.

Die Umsetzung des Internets in der Praxis ist derzeit jedoch eine zentrale Plattform, mit wachsenden Problemen: Kontrolliert von Diktaturen und Konzernen, gestört von Blockaden und Naturkatastrophen. Unabhängige „Knoten“ (Eingänge) und eine Vielzahl von „Leitungen“ (Wege), wie sie in einem dezentralen Netzwerk vorgesehen sind, können Zensurmaßnahmen oder Hardware-Einflüsse umgehen. So sorgen viele Eingänge und Wege im Kolosseum für eine größtmögliche Fortbewegungsfreiheit der Zuschauermassen, im Internet viele Knoten und Leitungen für viel Freiheit unserer Daten.

Und da wären wir bei (mobilen) Mesh-Netzwerken.

Wie Mesh-Netzwerke theoretisch funktionieren.

Die Idee eines Mesh-Netzwerkes ist das Bilden einer Verbindungskette – unabhängig von Funklöchern, mobilem Internet und Co. Die Knoten sind Smartphones oder Tablets. Man teilt also seine Verbindung zum Internet mit beliebig vielen anderen Menschen. Stellt euch also ein Funknetz vor, dass ausschließlich zwischen zwei oder mehr Geräten aufgebaut wird. Infrastruktur oder ein Internet Access-Point (WLAN/Kabel) wird dabei nicht benötigt. Will man jedoch auf das Internet zugreifen, so reicht es aus, wenn ein Knoten physikalisch mit dem Internet verbunden ist.

Logik von Mesh-Netzwerken - eine dezentrale Verbindung

Wo man die Mesh-Technologie praktisch einsetzen kann.

Soweit die Theorie. In der Praxis gibt es mit der Einführung von iOS 7 ein Feature, dass sich Multipeer Connectivity Framework nennt. Nutzt man diese technologische Möglichkeit, so können Nutzer mit einer App unabhängig von einer Funk- oder Internetverbindung miteinander kommunizieren oder Daten austauschen. Einzige Bedingung: Die Nutzer sind nicht weiter als 10m voneinander entfernt. Desto mehr Nutzer allerdings miteinander „verbunden“ sind, desto länger wird die Kette.

Und jetzt lässt sich auch die Bedeutung der unabhängigen, freien Mesh-Netze erkennen: Jedes Konzert, Sportevent, jede Messe und jedes Barcamp sind ideale Gelegenheiten eine neue Form der Kommunikation unter den Anwesenden zu ermöglichen. Und dabei mag man sich fragen – wo da der Mehrwert ist..? Nehmen wir z.B. mal ein Event wie „Burning Man“ – dort gibt es im Zweifel weder eine Funkverbindung noch Internet – und doch können alle Menschen vor Ort untereinander kommunizieren.

Spannend kann der Aufbau eines Mesh-Netzwerkes auch als Gast im Ausland sein: So kann ich dann die Internetverbindung der Anwohner nutzen und umgehe die teuren Auslandsgebühren – in den Großstädten dieser Welt sind ja mehr als genug Menschen auf den Straßen unterwegs.

Oder wie wäre es, die Technologie als Anbieter selbst mittels einer App zur Verfügung zu stellen – bspw. als Stadt für das Stadtfest oder den Weihnachtsmarkt – in dem Zusammenhang kann ein freies Internet und eine eigene mobile und zeitlich begrenzte Kommunikationsplattform angeboten werden.

Die Chat-App FireChat war im Übrigen eine der Ersten, die diese Technologie nutzt und somit Nutzern erlaubt, ein Meshnetzwerk aufzusetzen. Die Beliebtheit der App zeigt klar, welches Potenzial hinter der Technologie steckt.

Fazit

Mit Mesh-Netzwerken können unzählige neue Zugänge zu einer vernetzten Welt entstehen – ganz ohne „Internet“ – die Vision des Kollosseums könnte also wahr werden – die Menschen kommen einem wirklich freien „Internet“ vielleicht ein großes Stück näher. Technologie positiv eingesetzt. Ich bleibe neugierig.
Und ihr ? Glaubt ihr auch die Vision und Bedeutung der Mesh-Netzwerke?

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Quellen:


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