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Budgeteffizienz durch rechtssicheres E-Mail Marketing?

Ist Ihr E-Mail Marketing rechtssicher? Stöbert man in den Tätigkeitsberichten der Aufsichtsbehörden, möchte man fast Wetten darauf eingehen, dass dem nicht so ist. Für mich ist es unverständlich, warum sich Unternehmen trotz der zunehmenden Zahl an Beschwerden und Verfahren auf rechtliche unsaubere Methoden einlassen. Dabei geht mir gar nicht um das allseits beschworene Abmahngespenst. Es ist einfach auch günstiger sich bereits bei der Konzeption einer E-Mailing-Aktion über die juristischen Rahmenbedingungen Gedanken zu machen, um damit Folgekosten zu vermeiden.

Was hat Rechtssicherheit mit Budgeteffizienz zu tun?

Ziemlich viel. Egal wofür sie Newsletter und E-Mail Marketing einsetzen, die Effizienz des Budgeteinsatzes errechnet sich aus dem eingesetzten Budget und der Menge und Qualität der Daten, die sie erhalten. Wer juristisch schlampig arbeitet, verringert Anzahl und Qualität der Daten und steigert gleichzeitig die Kosten. Warum?

Verpflichtung zur Datenlöschung

Wer bei den wettbewerbsrechtlichen oder datenschutzrechtlichen Anforderungen schlampt, generiert zwar Daten / Leads, allerdings illegal. Oft reichen schon ein, zwei Beschwerden bei der zuständigen Aufsichtsbehörde oder eine Abmahnung aus, um eine Löschung des gesamten rechtswidrig erhobenen Datenbestandes zu provozieren. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit dafür? Das lässt sich schwer sagen, da sich schon die Grundgesamtheit aller Newsletter- und E-Mail Kampagnen nur schätzen lässt. Betrachtet man aber die Tätigkeitsberichte der Aufsichtsbehörden, Verbraucherschutzzentralen und der Wettbewerbsverbände, nehmen die Beschwerden von Verbrauchern zu und werden zunehmend intensiver verfolgt. Außerdem gilt es neben der Risikowahrscheinlichkeit den potentiellen Schaden zu betrachten.

Machen Sie den Selbsttest: Machen Sie eine Tabelle mit drei Spalten. In die erste Spalte schreiben Sie alle Daten, bei denen Sie unsicher sind, ob die Daten rechtmäßig erhoben wurden. In die zweite Spalte schreiben Sie, was es für ihr Unternehmen (finanziell) bedeuten würde, diese Daten vollständig zu löschen. In die dritte Spalte schreiben Sie, was es Sie gekostet hat, diese Daten zu bekommen.

Abmahnkosten, Bußgelder, Schadensersatz

Die Tatsache, dass sie die mühsam generierten Daten, so wie sie sind – im übertragenen Sinne – Schreddern können, ist aber nur eine Seite der Medaille. Denn wenn das Kind schon in den Brunnen fällt, sind nicht nur die Daten weg, sondern es fallen auch Abmahnkosten und/oder Bußgelder und/oder Schadensersatzforderungen der Betroffen an. Wenn Sie das nicht vollkommen ungeprüft hinnehmen wollen, kommen noch die Kosten Ihrer eigenen Rechtsberatung dazu.  Auch hier gilt, die Anzahl der Fälle in denen es tatsächlich zu kostenpflichtigen Abmahnungen kommt, ist – in Relation zur Gesamtmenge der Mailingaktionen – überschaubar. Aber lassen Sie uns nochmal einen Blick auf das Risikopotential werfen.

Machen Sie den Selbsttest: Ergänzen Sie die Tabelle von vorhin um eine vierte und eine fünfte Spalte und nehmen Sie einen Würfel zur Hand. In die vierte Spalte tragen Sie für jeden rechtswidrigen Datensatz die zu erwartenden Abmahnkosten, Bußgelder, Schadensersatzforderung ein (Vereinfacht: Würfeln Sie und multiplizieren Sie die Augenzahl mit 350,00 EUR). In die fünfte Spalte tragen Sie die zu erwartenden Kosten für Ihre eigene Rechtsberatung ein (Vereinfacht: Würfeln Sie und multiplizieren Sie die Augenzahl mit 150,00 EUR).

Neustart

Üblicherweise geht mit einer Abmahnung auch die strafbewehrte Verpflichtung einher das rechtswidrige Verhalten zukünftig zu unterlassen. Das Gleiche gilt für Aufsichtsbehörden, die in jedem Fall darauf bestehen, dass die Fehler vollständig korrigiert werden. Das heißt, nach der ersten Abmahnung / Rüge durch die Aufsichtsbehörde müssen sie ihre Fehler ohnehin korrigieren, wenn sie nicht gegen die Unterlassungsverpflichtung oder Auflage der Aufsichtsbehörden verstoßen wollen. Ja, auch das passiert tatsächlich. Wahrscheinlich passiert es seltener als wirklich notwendig, aber auch häufiger als man annehmen möchte. Was das für das Schadenspotential bedeutet?

Machen Sie den Selbsttest: Ergänzen Sie die Tabelle um eine sechste Spalte und tragen Sie die Kosten ein, die entstehen würden, wenn Sie ihr Newslettersystem / Ihre E-Mail Kampagnen rechtssicher gestalten.

Die Summe der Beträge aus Spalte 2-6 spiegelt – vereinfacht gerechnet – den Betrag wieder, den es Sie kosten kann datenschutz- und wettbewerbsrechtlich unsauber zu arbeiten.

Wenn Sie nun davon überzeugt sind, dass es vielleicht doch besser ist, von Anfang an sauber zu arbeiten, empfehle ich Ihnen den „Praxisleitfaden E-Mail Marketing“ des BVDW, zu dem ich die Abschnitte zu „Dokumentation“ und „Widerruf“ beigetragen hat.

Natürlich können wir uns auch gern persönlich über Ihr Newslettersystem oder Ihre nächste E-Mail Kampagne unterhalten.


One thought on “Budgeteffizienz durch rechtssicheres E-Mail Marketing?

  1. das ist ja sehr interessant. Ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass abgemahnt wird. Wenn ich in meinem Postfach die Flut von Spammails täglich sehe, bin ich schon geschockt und ärgere mich darüber. Im Forum http://bit.ly/1q96rjf ist das auch immer ein Thema.

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