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10 Tipps für erfolgreichere Facebook-Videos – Teil 1: Inhalt

Videos sind der wahrscheinlich größte Makro-Trend auf Facebook der letzten Jahre und das wird auf absehbare Zeit auch so bleiben. Der noch immer fortschreitende Breitbandausbau, die immer flächendeckendere Verfügbarkeit von mobilem Internet und die (leider vor allem im Ausland) beständig wachsenden Datenvolumina mobiler Flatrates schaffen zunehmend die technischen Voraussetzungen, um Online-Videos nahezu jederzeit ohne nennenswerte Ladezeiten abrufen zu können. Die Zahl der Gesamtvideoaufrufe dürfte allein deshalb in den kommenden Jahren eher steigen als sinken.

Videos sind auf Facebook ungebrochen beliebt und erfolgreich. Durchschnittlich bekommt ein Facebookbeitrag mit Video eine um 135% höhere organische Reichweite als Fotobeiträge. Dies liegt zum einen sicherlich auch daran, dass Facebook das Thema Video möglichst stark pushen möchte, um YouTube so viel Wasser wie möglich abzugraben. Zum anderen erzeugen Videos durch das Autoplay-Feature von Facebook aber auch sehr viel mehr Aufmerksamkeit als statische Bilder. Unsere Aufmerksamkeit landet instinktiv dort, wo sich etwas bewegt.

Das macht Facebook-Videos für Marketingzwecke so interessant. In dieser dreiteiligen Blogserie habe ich die aus meiner Sicht zehn wichtigsten Tipps für mehr Erfolg mit Videos auf Facebook zusammengetragen. Weil es zu jedem der Tipps nahezu unendlich viel zu sagen gäbe, will ich die einzelnen Punkte nicht verkürzt abfrühstücken. Deshalb haben wir diesen Beitrag in drei Teile gegliedert, die sich mit den Themenschwerpunkten Inhalt, Form und Features auseinandersetzen. Die ersten drei Tipps gibt’s in diesem Beitrag. Die weiteren Tipps folgen schon in den nächsten Tagen hier in unserem Blog veröffentlicht.

1. Interesse schnell wecken

Die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen ist das eine – das gelingt dank Autoplay meist mit Videos bereits sehr gut – die Aufmerksamkeit auch zu halten etwas anderes.

Wer mit seinen Videos nicht innerhalb der ersten drei Sekunden das Interesse der Nutzer wecken kann, verliert die meisten Zuschauer sofort wieder. Die haben dann bereits weitergescrollt.

Aus diesem Grund sollte ein besonders starkes Augenmerk auf den Anfang eines Videos gelegt werden. Das Video sollte sofort mit starken Bildern beginnen. Lange, statische Logo-Einblendungen zu Videobeginn sind daher in den allermeisten Fällen kontraproduktiv. Auch ein langsamer Spannungsaufbau wird in den meisten Fällen weniger gut funktionieren als ein direkter Einstieg ins Geschehen. Das sollte in der Konzeption der Videos bedacht werden. Aktuelle Filmtrailer auf Facebook machen dies meist sehr richtig: Sie zeigen zuerst die bildgewaltigsten Aufnahmen, blenden dann den Filmtitel ein und liefern hinterher für alle, deren Neugierde geweckt ist, den eigentlichen Trailer mit üblicher Spannungskurve nach.

Einige Nutzer haben jedoch Autoplay in den Einstellungen deaktiviert, um unterwegs ihr Datenvolumen zu schonen. Diese müssen durch das Vorschaubild (Thumbnail) dazu angeregt werden, auf Play zu klicken. Ansonsten werden sie das Video nicht sehen. Facebook bietet zehn zufällig ausgewählte Standbilder aus dem Video zur Auswahl als Thumbnail an. Dadurch ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein verwendbares Bild dabei ist, deutlich größer als bei YouTube, das nur drei Thumbnail-Vorschläge zur Verfügung stellt.

Bei beiden Plattformen besteht jedoch auch die Möglichkeit, ein eigenes Vorschaubild hochzuladen. Diese Gelegenheit sollte nicht ungenutzt bleiben, um ein möglichst aufmerksamkeitsstarkes Bild zu hinterlegen. Dieses Bild sollte den Inhalt des Videos möglichst gut wiederspiegeln. Hierzu kann auch Text in das Bild integriert werden. Dabei ist jedoch bei Facebook zu bedenken, dass die 20%-Regel, die für Anzeigenbilder gilt, auch hier Anwendung findet: Werbeanzeigen mit mehr als 20% Text im (Vorschau-)Bild werden von Facebook mit einer geringeren Reichweite bestraft.

2. Call to Action

Früher war es möglich, ans Ende eines Videos auf Facebook einen Call-to-Action-Button einzubinden, der beispielsweise auf die Unternehmenswebsite verlinkt hat. Diese Funktion hat Facebook 2016 wieder abgeschafft.

Das heißt aber nicht, dass man nicht dennoch die Nutzer im Video zu einer bestimmten Aktion aufrufen sollte. Wer viel auf YouTube unterwegs ist, wird feststellen, dass die meisten Video Creators auf der Plattform ihren Zuschauern sehr genau sagen, was sie tun sollen, nämlich den Kanal abonnieren sowie eine positive Bewertung und einen Kommentar dalassen. Aus Erfahrung mit eigenen YouTube-Videos kann ich bestätigen, dass diese sehr deutlich formulierten Aufforderungen tatsächlich wirken, zumindest wenn sie freundlich und sympathisch vorgetragen werden.

Natürlich wird niemand ein Video positiv bewerten, das ihm nicht gefällt. Ist das Video beim Nutzer aber gut angekommen und wäre er grundsätzlich dazu bereit, das Video zu liken, kann eine geschickt platzierte Aufforderung der ausschlaggebende Punkt sein, der ihn tatsächlich dazu bewegt, diese Aktion vorzunehmen. Dieses Konzept lässt sich auch auf Videos von Unternehmen auf Facebook adaptieren.

Grundsätzlich sollte das Ziel, das mit einem Video erreicht werden soll, klar sein. Verfolgt ein Video kein Ziel, lohnt sich in den wenigsten Fällen die – verglichen mit Text- und Bildbeiträgen – aufwändige Produktion.

Ein geschickt platzierter und klar formulierter Call-to-Action hilft dabei, die Aufmerksamkeit der Nutzer in die richtige Richtung zu leiten.

Dies kann immens dabei helfen, das Ziel des Videos zu realisieren. Ansonsten kann das beste Video zu einer Sackgasse werden: Die Nutzer scrollen in ihrem Feed weiter und sind (zumindest vorerst) weg.

Stellt ein Unternehmen in einem Video beispielsweise ein neues Produkt vor und möchte die Nutzer dazu anregen, die zugehörige Website zu besuchen, um sich ausführlicher über das Produkt zu informieren (und es letztendlich auch zu kaufen), bietet es sich an den Zuschauer am Ende des Videos auch genau dazu aufzufordern: „Willst du mehr über [das Produkt] erfahren? Dann besuch uns auf [Website-URL]“. Auch hier gilt: Ist ein Nutzer am Produkt überhaupt nicht interessiert, wird auch der Call to Action nichts daran ändern. Indem er aber eine konkrete Richtung für die Aufmerksamkeit der Zuschauer vorschlägt, kann er sehr wohl helfen, diejenigen Nutzer auf die Website zu führen, die ansonsten gewohnheitsmäßig im Feed weiterscrollen und sich denken „Tolles Produkt. Das muss ich mir später mal genauer anschauen“ – und diese Absicht beim nächsten Katzenvideo schon wieder vergessen haben.

Für eine Einblendung im Video sollte eine URL aus ästhetischen und praktischen Gründen möglichst kurz gehalten werden. Der Verweis auf die Startseite ist aber nur dann sinnvoll, wenn der Nutzer das Produkt aus dem Video von dort aus auch problemlos finden kann. Ansonsten kann der Verweis auf die Homepage sogar kontraproduktiv sein und den Nutzer frustrieren. Ein direkter Link auf die konkrete Produktseite sollte in jedem Fall im Beitrag zum Video angeboten werden.

3. Mehrwert bieten

Den aus meiner Sicht wichtigsten Punkt zur Thematik „Inhalt“ habe ich mir für den Schluss aufgehoben: Videos dreht und veröffentlicht man für die Nutzer. Dementsprechend sollte man sich nicht primär fragen „Was bringt das Video mir oder meinem Unternehmen?“, sondern „Was bringt das Video meinen Nutzern?“

Wenn man mit einem solchen Mindset an die Konzeption des Videos herangeht, wird es deutlich einfacher, Videos zu produzieren, die bei den Nutzern auf positive Resonanz stoßen – was sich wiederum auch positiv auf das Erreichen der verfolgten Unternehmensziele auswirken wird. Denn niemand geht auf Facebook, um sich Werbung anzuschauen. Tatsächlich nehmen Nutzer klassische Werbung kaum noch wahr. Wirkt ein Sponsored Post wie Werbung, scrollen die meisten Nutzer einfach drüber.

Wenn ein Video allerdings nicht versucht mit dem Holzhammer Werbebotschaften zu verbreiten, sondern den Zuschauern einen konkreten Mehrwert bietet, sind viel mehr Nutzer dazu bereit, sich das Video vollständig anzuschauen, sich für das Video mit einem Like zu bedanken und es eventuell sogar zu teilen.

Möglichkeiten, Mehrwerte zu schaffen, gibt es viele: Man kann dem Nutzer etwas beibringen, ihm dabei helfen, Probleme zu lösen, ihn emotional berühren, ihn zum Lachen bringen oder auch einfach nur unterhalten.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die Funktion des Teilens von Videos zur Selbstdarstellung der Nutzer. Indem wir Videos teilen, sagen wir etwas über uns selbst aus und positionieren uns in unserem Freundeskreis je nach geteiltem Video etwa als besonders humorvoll, sehr tiefsinnig oder als derjenige, der über neue Trends immer als erster Bescheid weiß.

Hier ein kleines Video, das ich vor vielen Jahren während des Elbhochwassers in Dresden zusammen mit einem Kameradrohnenflieger von 3D Luftbildservice gedreht habe. Es ist ein gutes Beispiel dafür, wie Videos Mehrwerte für die Zuschauer bieten können, die auf das Erreichen der eigenen Ziele einzahlen. Das Video zeigt Aufnahmen von den Überschwemmungen in Dresden zu emotionaler Musik und ruft die Zuschauer dazu auf, das Video zu teilen, um möglichst hohe Werbeeinnahmen zu generieren, die dann wiederum zur Unterstützung von Flutopfern gespendet wurden. Zwar wurde das Video wegen der Monetarisierungsfunktion, ohne die diese Aktion nicht funktioniert hätte, auf YouTube veröffentlicht, jedoch primär auf Facebook geteilt.

Mehrwerte des Beispielvideos für die Nutzer:

  • Befriedigung des Katastrophen-Voyeurismus
  • Gutes Gewissen durch Unterstützen der Opfer ohne nennenswerten Aufwand
  • Durch Teilen des Videos Positionierung als engagierter, empathischer Mensch

Ziele des Beispielvideos:

  • viele Views erzielen, um möglichst hohe Werbeeinnahmen zu generieren, um diese spenden zu können.
  • Menschen emotional berühren,
  • um möglichst viele Menschen dazu bewegen, selbst für Hochwasseropfer zu spenden

Ergebnis: Das Video konnte rund 250.000 Aufrufe innerhalb von zwei Wochen erreichen – bei ursprünglich lediglich 13 Abonnenten des Kanals. Was aber wesentlich wichtiger ist: Allein durch die Werbeeinnahmen des Videos ist immerhin ein höherer dreistelliger Betrag zusammengekommen, der an die Opfer der Flut gespendet wurde. Dazu, wie viele Menschen auf Basis des Videos selbst gespendet haben, habe ich leider keine Informationen.

Aber das ist natürlich nur ein Beispiel. Wie es am besten gelingen kann, den Zuschauern Mehrwerte zu bieten, hängt sehr stark von der jeweiligen Zielgruppe ab, die man erreichen möchte.

Das waren die ersten drei Tipps für erfolgreichere Facebookvideos. Im zweiten Teil geht es dann mit vier weiteren Tipps um das Thema „Form“. Wer auch die Tipps 4-10 nicht verpassen möchtest, sollte uns gerne auf Facebook folgen.

Was uns jetzt noch interessieren würde: Hat jemand andere Erfahrungen mit den Inhalten von Facebook-Videos gemacht? Wenn ja, welche? Wir freuen uns auf Kommentare!


2 thoughts on “10 Tipps für erfolgreichere Facebook-Videos – Teil 1: Inhalt

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