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10 Tipps für erfolgreichere Facebook-Videos – Teil 2: Form

Im zweiten Teil unserer Blogserie widmen wir uns weiteren Tipps für erfolgreiche Facebookvideos. In unserem ersten Beitrag hatten wir bereits drei Tipps zum Thema Inhalt zusammengetragen. Doch wie lang sollte ein Video für Facebook eigentlich sein? Und welches Format sollte ich für mein Video wählen? Die Antworten auf diese und weitere Fragen geben die folgenden vier Tipps:

4. Format

Bereits 2015 erfolgten 75% aller Videoaufrufe von mobilen Endgeräten. Es ist davon auszugehen, dass sich der Anteil seitdem noch weiter erhöht hat. Auf Smartphones, die meistens hochkant gehalten werden, nimmt ein Video im klassischen 16:9-Querformat jedoch nur sehr wenig Raum ein, während vertikale Videos mitunter das gesamte Display von Smartphones für sich beanspruchen können und dadurch beim Vorbeiscrollen zwangsläufig die Aufmerksamkeit der Nutzer auf sich ziehen.

Untenstehend habe ich ein paar Beispiel-Screenshots vorbereitet, die demonstrieren, wie unterschiedliche Formate mobil und auf Desktop angezeigt werden. Der Raumgewinn durch vertikale Videos ist auf Smartphones tatsächlich enorm. Dafür bergen sie jedoch ein anderes Problem: Ruft man sie am Computer auf, werden sie in einen quadratischen Rahmen eingefasst, was gelinde gesagt eher weniger ästhetisch wirkt.

Mobil:

Desktop:

Bisher bietet Facebook nicht die Möglichkeit, die Zielgruppe von Beiträgen anhand der genutzten Geräte einzuschränken, sodass vertikale Videos nur auf mobilen Endgeräten und horizontale Videos nur auf Desktop angezeigt werden. Dies funktioniert derzeit nur beim Schalten von Anzeigen.

Einen Kompromiss aus beiden Varianten bildet das quadratische Format. Mit quadratischen Videos erreicht man auf Desktop die maximale Anzeigegröße und auf Mobile werden die Videos immerhin noch größer angezeigt als Videos im Querformat. Dies hat messbare Auswirkungen: Es sorgt laut Adweek dafür, dass die Zuschauer bei quadratischen Videos mit einer um 67% höheren Wahrscheinlichkeit bis zum Ende des Videos dran bleiben. Aber auch dieses Format hat nicht nur Stärken: Quadratische Videos können weder auf Desktop noch mobil bildschirmfüllend im Vollbildmodus angezeigt werden.

Ein für alle Einsatzzwecke optimal geeignetes Bildformat gibt es nicht.

Darüber hinaus ist es mitunter problematisch, bereits bestehendes Filmmaterial auf ein anderes Format umzuschneiden. Hierbei kann man sich teilweise mit künstlichen Kameraschwenks im Schnitt behelfen. Optimal ist das aber nicht.

Idealerweise sollte daher bereits vor dem Dreh eines Videos geklärt sein, in welchem Format das Video später genutzt werden soll, damit es gleich entsprechend aufgenommen werden kann. Wenn klar ist, dass ein Videoinhalt später in mehreren Formaten genutzt werden soll, kann es hilfreich sein, das Video in einer höheren Auflösung zu drehen, den Point-of-Interest in der Mitte des Frames zu halten und aus größerer Distanz zu filmen, sodass man je nach Bedarf später einen anderen Ausschnitt des Videos nutzen kann.

Hier ein Bild zur Veranschaulichung:

Bezüglich des Dateiformats zum Upload empfehlen wir den H.264-Codec bzw. dessen Nachfolger H.265 in einem mp4-Container. Was die Auflösung betrifft, gibt Facebook regelmäßig neue Empfehlungen ab. Wer hier nicht ständig nachrecherchieren möchte, macht mit Full-HD, also 1080p, nichts falsch. Da dies voraussichtlich auch auf längere Sicht die gebräuchlichste Auflösung für Amateurvideos bleiben wird, dürfte Facebook einiges daran gelegen sein, dafür zu sorgen, dass die Full-HD-Videos ihrer Nutzer ordentlich angezeigt werden.

5. Videolänge

Weit verbreitet ist der Tipp, dass Videos auf Facebook so kurz wie möglich gehalten werden sollten. Grundsätzlich stimmt es, dass ein Video nicht mit unnötigem Füllmaterial beladen sein sollte. Dann wird ein Video nicht nur lang, sondern auch langweilig und das ist das weitaus größere Problem. Insbesondere wenn man noch nicht viel Erfahrung mit Videoschnitt hat, fällt es einem sehr schwer, gute Aufnahmen zu opfern, um Videos zu kürzen. Insofern hat der Tipp also durchaus seine Berechtigung

Daraus allerdings eine konkrete Längenempfehlung für ein Facebookvideo abzuleiten, die nicht überschritten werden sollte, halte ich für vollkommen falsch. Dies gilt insbesondere vor dem Hintergrund der kürzlich von Facebook vorgenommenen Anpassungen:

Erst Anfang dieses Jahres hat Facebook Änderungen an seinem Newsfeed-Algorithmus bekannt gegeben, die dazu führen könnten, dass längere Videos mit starker Zuschauerbindung bevorzugt angezeigt werden. Damit nähert sich Facebook stärker als bisher dem von YouTube bereits 2012 eingeführten Watch-Time-Algorithmus an, der längere Videos bevorzugt. Klares Ziel ist es hierbei, die Nutzer so lange wie möglich, auf der eigenen Plattform zu halten.

Ein Beispiel dafür, dass die Anpassung bereits greift, ist das vor ca. eineinhalb Monaten viral gegangene Video von Candace Payne, in dem sie sich wie wild über eine Chewbacca-Maske freut, die sie sich gekauft hat. Das Video ist knapp über vier Minuten lang und sprengt damit, jede empfohlene Videolänge, die für Facebook durchs Internet geistert. Dennoch konnte es bereits über 170 Millionen Views auf Facebook verzeichnen.

Ein Video sollte immer so lang sein, wie es braucht, um seine Geschichte auf fesselnde Art und Weise zu erzählen – nicht länger, aber auch nicht kürzer.

Ein Zeitlimit gibt es allerdings doch zu beachten: Facebook loopt automatisch Videos mit einer Länge von unter 30 Sekunden. Wenn man ohnehin ein recht kurzes Video hat, bietet es sich durchaus an, diese magische Grenze im Auge zu behalten, damit das Video nach dem ersten Durchlauf automatisch neu startet. Die Videos loopen übrigens nicht unendlich lange, sondern nur für ca. 90 Sekunden – je nach Länge des Videos.

6. Stummfilm

Von allen Videowiedergaben erfolgen laut Digiday 85% zumindest anfangs ohne Ton. Facebook Videos im Feed dank Autoplay zwar automatisch ab, jedoch zunächst ohne Audio. Will der Nutzer etwas hören, muss er bewusst den Ton des Videos aktivieren. Gerade bei mobiler Nutzung will man aber oftmals nicht unbedingt seine Umwelt daran teilhaben lassen, was man sich gerade anschaut und lässt den Ton dementsprechend aus. Oder man hat sein Gerät ohnehin auf lautlos gestellt.

Deshalb ist es überaus wichtig, dass sich der Inhalt des Videos auch ohne Audio verstehen lässt.

Arbeitet das Video mit einem Sprecher aus dem Off, oder kommen Akteure vor der Kamera zu Wort, sollte das Video dementsprechend mit Untertiteln versehen werden. Andernfalls schließt man möglicherweise interessierte Nutzer von der Rezeption des Videos aus oder sorgt sogar dafür, dass die Nutzer den Inhalt des Videos falsch interpretieren.

Untertitel können entweder beim Schnitt direkt ins Video eingebaut werden, oder nachträglich bei Facebook hochgeladen werden. Ersteres bietet den Vorteil, dass man in der Gestaltung völlig frei ist und etwa mit den Schriftarten aus dem Corporate Design des eigenen Unternehmens arbeiten kann, während die Stärke der letzteren Variante ist, dass für ein Video Untertitel in verschiedenen Sprachvarianten erstellt werden können. Dadurch kann der Kreis möglicher Zuschauer über Sprachbarrieren hinaus erweitert werden.

Das Schreiben von Untertiteln ist ein nicht zu vernachlässigender zeitlicher Aufwand. Wenn jedoch bereits viel Zeit und/oder Geld in die Produktion eines hochwertigen Videos investiert wurde, sollte dieser letzte Schritt auch noch gegangen werden, um dem Video zu maximalem Erfolg zu verhelfen.

7. Nativ hochladen

Wer mit seinen Videos auf Facebook möglichst viel Reichweite erzeugen möchte, sollte sie direkt bei Facebook hochladen und nicht Videos von anderen Videoportalen wie etwa YouTube posten. Das Einbinden externer Videos funktioniert zwar bei Facebook einfach und problemlos, birgt aber einen entscheidenden Nachteil: Das bereits angesprochene Autoplay-Feature funktioniert nur mit nativ auf Facebook hochgeladenen Videos. Hinzu kommt, dass das Vorschaubild eines YouTube-Videos nur wenig Platz im Feed der Nutzer einnimmt, vergleicht man dies mit der vollflächigen Einbettung desselben Videos bei nativem Upload:

Und das spiegelt sich auch in Performanceunterschieden wieder: Native Facebook-Videos weisen laut einer Studie von quintly im Durchschnitt eine um 109,67% höhere Interaktionsrate als gepostete YouTube-Videos. Die Share-Rate ist durchschnittlich sogar um 477,76% höher.

Wer nicht unbedingt seinen YouTube-Kanal pushen möchte, sollte Videos für Facebookbeiträge daher immer direkt auf Facebook hochladen.

Und selbst wer mehr Nutzer auf seinen YouTube-Kanal führen möchte, wird in den meisten Fällen besser fahren, wenn er einen kurzen Zusammenschnitt des jeweiligen  Videos auf Facebook direkt hochlädt und auf das vollständige Video im Beitrag verlinkt.

Im dritten Teil gebe ich drei weitere Tipps und zeige mit welchen Features Facebookvideos noch besser werden. Wer auch den letzten Teil nicht verpassen möchtest, folgt uns am besten auf Facebook.

Was uns aber jetzt noch interessiert: Was ist das präferierte Videoformat unserer Leser – Landscape, Portrait oder Square? Und warum? Wir freuen uns auf Kommentare!


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